Amsterdam: Keine Killerapplikation für intelligente Zähler in Sicht

June 15, 2018

 

Im Dezember 2017 habe ich als Geschäftsführer der smartmove zusammen mit den zwei befreundeten Kollegen Gunnar Wilhelm  (BAS Kundenservice GmbH & Co. KG) und Stephan Heinrich (digimondo GmbH) beschlossen, gemeinsam zur 3. Digital-Utilities-Europe-Konferenz nach Amsterdam zu fahren. Dort wollten wir eine internationale Sicht auf die Digitalisierung des Energiemarkts bekommen. Dies ist uns auch sehr gut gelungen.

 

Zug- und Flugverbindungen nach Amsterdam waren günstig und einfach gebucht. Unsere AirBnB-Wohnung in der Nähe des Rijksmuseums war zentral gelegen und perfekt für Selbstversorgung ausgestattet. Und vor Ort haben wir uns robuste Leihfahrräder organisiert, um uns so in den Amsterdamer Verkehr einzufügen. Und so ist unsere Wohngemeinschaft jeden Morgen 30 Minuten zur Konferenz im funktionalen Park Plaza Hotel am Flughafen geradelt. Lediglich mein Fahrradhelm und unsere defensive Fahrweise haben uns sofort als Touristen erkennen lassen. Die offensive Fahrweise der Amsterdamer Radfahrer hat selbst uns überrascht, und dabei sind Gunnar Wilhelm und ich den berüchtigten Berliner Verkehr täglich gewohnt!

 

  

Auf der Konferenz hatten wir zwei volle Tage an Vorträgen und Gesprächen mit anderen internationalen Energiemanagern. Die konkreten Erfahrungsberichte von Energieversorgern in der Digitalisierung aus zum Beispiel den Niederlanden, Portugal, Spanien und Großbritannien waren dicht und sehr unterschiedlich. Die Key-Note-Speaker berichteten umfassend mit vielen untermauernden Zahlen über die Trends unserer Industrie. Jeroen Scheer, Chief Technology Officer (CTO) bei Alliander, NL, und Blanca Losada Martin, CTO bei Gas Natural Fenosa, Spanien haben dabei u.a. auch konkrete Digitalisierungsmaßnahmen Ihrer beiden Unternehmen Alliander und Gas Natural Fenosa geschildert.

 

So konnten wir Vieles mitnehmen, zumal im Bereich der Smart Meter andere Länder Deutschland deutlich voraus sind. Rebecca Yates z.B. von Smart Energy GB hat den Smart Meter Roll-out in Großbritannien anschaulich mit Kundenbefragungsergebnissen beschrieben und Willem Strabbing vom europäischen Verband der Smart Energy Solutions Providers den Europäischen Markt insgesamt.  Allerdings haben wir auch in Amsterdam weder die Killerapplikation noch das perfekte Geschäftsmodell auf der Basis der Daten intelligenter Messsysteme gesehen. Es herrscht jedoch allgemeine Zustimmung, dass Smart Meter insgesamt Vorteile für die Gesellschaft bringen werden. Willem Strabbing betonte dabei, dass 80% der Vorteile der intelligenten Messsysteme nicht bei den Konsumenten, sondern den Netzbetreibern liegen werden. Das macht mich eher skeptisch, ob der Roll-out der Smart Meter in Deutschland schneller gelingt als von der Bundesnetzagentur vorgegeben. Dieser Plan lässt den Energieversorgern für den kompletten Roll-out Zeit bis 2032.

 

Nach dem abendlichen Weg zurück in unser Domizil haben wir dann entlang der berühmten Grachten die Abende ausklingen lassen. Und durch die 3er-Wohngemeinschaft haben wir viel intensiver über die konkreten Inhalte und die Energiebranche insgesamt gesprochen, als uns das bei Unterkunft im Hotel selber vermutlich gelungen wäre.

 

Ein zusätzlicher Höhepunkt in Amsterdam war für mich der Besuch bei Freerk Bisschop im legendären Amsterdamer Company Builder „Rockstart“, das seit drei Jahren auch Start Ups in der Energiebranche beschleunigt. Die Förderung der Start Ups ist insgesamt sehr durchdacht. Eins der Rockstart Energy Start Ups habe ich in Berlin vor zwei Jahren kennengelernt: Hyko – care to save. Die haben gutes berichtet und sind sehr innovativ.

 

Unser Fazit für die Tage in Amsterdam: Eine erfolgreiche Konferenz mit vielen neuen Impulsen, tolle Stimmung, sportliche Betätigung und keine Verletzten. Nächstes Jahr wollen wir wieder zur Digital Utilities Conference. Aber nur, wenn AirBnB und Radfahren wieder möglich sind.

 

 

 

 

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